Westbahn: Städte unterschreiben „Wedauer Erklärung“ zur Reaktivierung

Duisburg  Vor mehr als 33 Jahren, genaugenommen am 23.September.1983, fuhr der letzte Zug auf der West-Strecke Ratingens mit Halt in Ratingen West und Lintorf. Seitdem fuhren nur noch Fernzüge und Regionalzüge in Umleitung über die „Güter-„Gleise der Weststrecke. Nach mehreren Anläufen haben sich nun die Städte Duisburg, Ratingen, Düsseldorf und der Kreis Mettmann, sowie der VRR für dieses Projekt ausgesprochen. Dafür fertigten sie am 28.11.2016 eine gemeinsame Erklärung an.

Diese Erklärung, die auch „Wedauer Erklärung“ genannt wurde, weil sie in Duisburg-Wedau stattfand, beinhaltet die Aufforderung „eine regional dringend notwendige, durchgängige Bahnverbindung von Düsseldorf über Ratingen nach Duisburg zu ermöglichen“. Adressat der Aufforderung ist das NRW-Verkehrsministerium.
Bereits Ende 2015 wurde das Vorhaben durch den VRR beim Land NRW zur Aufnahme in den künftigen ÖPNV-Bedarfsplan angemeldet. Da die Strecke derzeit zu den meist-befahrenen Strecken in Deutschland zählt, ist in Teilabschnitten ein drittes Gleis notwendig. Laut einer Machbarkeitsstudie (im Jahr 2012), wäre der Personenverkehr dann im 20-Minuten-Takt möglich.  Fünf neue Bahnhöfe würden die Weststrecke komplettieren. Die ganzen Maßnahmen würden rund 70 Millionen Euro kosten.

Warum Pro Westbahn?
Nach dem Bekanntwerden des Großbauprojektes in Duisburg Bissingheim/ Wedau, auf dem auf dem ehemaligen Areal der Deutschen Bahn neue Wohngebiete, sowie Einkaufszentren und Schulen entstehen, ist eine Reaktivierung der Weststrecke keine Verhandlungsbasis mehr – sie ist eine Notwendigkeit, beteuert Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link. Insgesamt 3000 Wohneinheiten auf 30ha werden hier entstehen. Hinzu kommt die Überlastung der Autobahnen zwischen Duisburg, Ratingen und Düsseldorf (A3, A52, B8/ B8n). Mit der Reaktivierung der Westbahn erhoffen sich die Städte einen Rückgang der Staus auf den Autobahnen und Straßen. Ratingen sieht neben der Entlastung der Straße auch die Vorteile bezüglich der Gewerbegebiete in den Stadtteilen Tiefenbroich und West. Die Attraktivität von Grundstücken würde deutlich steigen, die Arbeitswege würden sich deutlich verkürzen. Auch in Düsseldorf wird man mit Sicht auf den Düsseldorfer Norden, allen voran Düsseldorf-Rath und Derendorf, von dieser Strecke profitieren.

Die Rheinbahn AG, die zu den größten Verkehrsunternehmen Deutschlands gehört, sieht in der Westbahn großes Potential und steht hinter dem Projekt. Derzeit betreibt die Rheinbahn drei Buslinien von Ratingen-Lintorf nach Düsseldorf Hauptbahnhof mit bis zu fünf Fahrten pro Stunde in die Landeshauptstadt und zurück. Durch die Westbahn würden Fahrzeiten um bis zu 20 Minuten verkürzt werden. Die Straßen würden zudem entlastet, weil die Rheinbahn auf einige Fahrten verzichten könnte.

Planungsstand
Die Strecke ist wie folgt geplant:
weststreck-uebersichtskarte_rws-08-16-1

Die gemeinsame Erklärung wurde unterschrieben von
Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, Sören Link,
Landrat des Kreises Mettmann, Thomas Hendele,
Vorstandssprecher des VRR, Martin Husmann,
Bürgermeister der Stadt Ratingen, Klaus Pesch,
Beigeordneter der Landeshauptstadt Düsseldorf, Dr. Stephan Keller

Den genauen Wortlaut der „Wedauer Erklärung“, zu finden unter: http://www.bz-duisburg.de/Tagesakt_extra/2016.11_Wedauer%20Erklaerung.html

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